Politisch korrekt texten

Die richtige Wortwahl bei politisch korrekten Texten kann es dabei leicht übertreiben. Ein Beispiel von heute:

Politisch korrekt texten: Klar. Aber der Versuch, alles zu vermeiden, was irgendwie nicht mehr konform sein könnte, treibt seltsame Blüten. So hat sich heute Susanne Offenbach in der „Sonntag aktuell“ über Bezeichnungen ausgelassen, die man nicht mehr verwenden sollte: Zigeuner war dabei, Neger, Knecht und Magd, auch Alter, und als Abwandlung des zweiten Begriffes der Mohr.


Der ist ja in Österreich umstritten in Form des „Mohr im Hemd“ und so, wo er durch den „Struwwelpeter“ von Heinrich Hoffmann marschiert. Da sind die bösen Buben, die den Passanten necken und verunglimpfen, am Schluss die Pechvögel, nachdem sie Nikolaus in sein großes Tintenfass gesteckt hat. Man stelle sich das mal plastisch vor.


Die „Sonntag-aktuell“ kommt dann aber noch zum Zitat aus Schillers „Verschwörung des Fiesco zu Genua“: „Der Mohr hat seine Schuld getan, der Mohr kann gehen.“ Ein historisches Wort, das ich ursprünglich verwechselt hatte mit den Moor-Brüdern aus Schillers „Räubern“. Deshalb ziehe ich meine Kritik an diesem Punkt zurück, da ich selbst auch dieser Verwechslung aufgesessen bin.
Soviel zum politisch Korrekten. Wenn man’s übertreibt, ist’s noch lange nicht korrekt.