Die Funxion ohne Refleksion sollte indexiert werden

Angesichts dieser Überschrift werden sich manche Leser an den Kopf fassen: Was ist denn jetzt mit dem Blog unseres Textbegleiters los? Hat der eine neue Rechtschreibung eingeführt?

Weder noch. Ich wollte nur mal ein paar Fremdwörter aufgreifen, die häufig falsch geschrieben werden.

Dazu zählen die Funxion (richtig: Funktion), die Refleksion (korrekt: Reflexion) und das indexieren (verbessert zu indizieren). Schreibern unterläuft allzu oft etwas Falsches bei Fremdwörtern. So auch beim Lizensieren, das sich von der Lizenz ableitet und deshalb mit zwei „z“ geschrieben werden muss (lizenzieren). Häufig findet man die Ekstase falsch geschrieben als Extase. Hier wäre ersteres richtig. Konstanz heißt die Stadt am Bodensee, was uns noch lange nicht das Recht gibt, den Konsenz oder den Dissenz mit einem „z“ abzuschließen (korrekt sind also Konsens und Dissens). „Sensus“ ist das lateinische Wort, das hier einen Sinn ergibt. Der Algorhythmus ist so leider auch falsch, weil er nichts mit dem oft auch falsch geschriebenen Rhythmus zu tun hat, sondern mit Algoritmus (Art der indischen Rechenkunst). Leider fällt mir auch kein Achsion zur Reduxion von Fehlern ein, da hier auch wieder beide Fremdwörter nicht korrekt geschrieben sind: Über ein Axiom zur Reduktion von Fehlern würde ich mich freuen. Ein Wort habe ich als fehlerhaftes konstruiert. Vielleicht kann sich die doppelten Fehler so leichter merken in – Nazionalhümne.

Mehr zu Schreibfehlern findet man bei der schönen Zusammenstellung von PhiloPhax Philipp Lohberg bei www.schreibfehler.info

Logische Sprünge im Text

Texte von Nichtprofis erkennt man häufig daran, dass sie logische Sprünge enthalten. Sie werden dadurch für unbefangene Leser unverständlich. Um solche Fehler zu vermeiden, sollten Sie sich Testleser suchen, die nicht allzu stark in der Materie drin stecken. Gibt Ihre Testperson ihr OK, kann der Text nach allen anderen notwendigen Überprüfungen (Rechtschreibung, Grammatik) veröffentlicht werden.

Häufig fehlen Infos bei solchen Texten, weil der Autor denkt: „Das weiß doch jeder!“ Gehen Sie besser von nicht so umfassend informierten Lesern aus. Ein wenig mehr Basisinformation kann nicht schaden. Denn logische Sprünge, die Ihr Leser nicht versteht, können schnell dazu führen, dass er mit Lesen aufhört.

Manchmal wirken Sätze missverständlich, weil so Kleinigkeiten unglücklich gewählt sind wie die Satzstellung. Beispiel dazu: „Mörder von deutschem Entwicklungshelfer gefasst“ – Wer war hier der Akteur? Wer das Opfer? Das geht aus der Schlagzeile so nicht hervor. Sie merken: Texte müssen den Gesetzen der Logik gehorchen, nicht nur den reinen Rechtschreibregeln.

Betrüger fiel durch Rechtschreibung auf

Haben Sie den Fall des falschen Arztes Sascha Schenk verfolgt, der kürzlich vor einem Stuttgarter Gericht verhandelt wurde? Der junge Mann gab vor Mediziner zu sein und kam so zu Arztjobs an verschiedenen Krankenhäusern. Seine Kenntnisse als Rettungsassistent und ein sicheres Auftreten genügten wohl, um in den Kliniken akzeptiert zu werden.

Wodurch fiel er schließlich auf? Durch seine mangelhafte Rechtschreibung und Fehler, die man als studierter Mediziner eigentlich nicht machen dürfte. Und was lernen wir daraus? Gute Rechtschreibkenntnisse sind auch heute noch wichtig, wenn es darum geht, in einem bestimmten Umfeld nicht aufzufallen. Wäre Herr Schenk, der in Wirklichkeit ganz anders heißt, besser in Deutsch gewesen, hätte er seine Betrugsmasche wohl noch länger spielen können.

Unfähige und unwillige Schreiber

Gerade las ich in einem Internet-Forum den Eintrag eines Freundes. Er äußerte sich zu Foren-Einträgen allgemein. Beim dritten Rechtschreibfehler hört er auf zu lesen, meint er.

Er stellt einige weitere Fragen an Autoren, die sich nicht um korrekte Texte bemühen: Ist es nur Unfähigkeit oder gar Unwilligkeit. Wenn er sich nicht auf seinen Leser einstellen möchte, dann schwingt – nach meinem Freund – Arroganz, Selbstgerechtigkeit und Egozentrizität mit.

Mein Freund hat mir aus dem Herzen gesprochen: Wer sich nicht die Zeit nimmt, einen Text so zu verfassen, dass ich als Leser ihn gerne lese, drückt damit mangelnde Wertschätzung vom Autoren gegenüber dem Leser aus. Möchte jemand, dass ich seine Texte lese, dann erwarte ich von ihm, dass er seine Worte so gefällig in die Maschine tippt, dass ich nicht andauernd über Tippfehler stolpere. Dafür gibt es ja auch Textverarbeitungen mit Korrekturassistenz.

Ich beobachte aber immer mehr Autoren im Netz, die offensichtlich mit ihren orthographischen Schwächen kokettieren. Von mir aus können sie das weiterhin machen. Aber sie dürfen dann nicht mehr erwarten, dass ich ihre hingeworfenen Ergüsse lese.

Nachbetrachtung: Wenn solche wenig durchdachten Texte von Unternehmern stammen, dann muss ich diesen unterstellen, dass ihre sonstigen Arbeiten, – auch im Bereich ihrer Kernkompetenz, – ähnlich schlampig abgewickelt werden.