Die eigene Geschichte

Wie kann man die erste eigene Firmengeschichte finden? Neulich habe ich erfolgreich folgendes Spielchen als Gruppenarbeit mit Unternehmerinnen und Unternehmern erprobt. So kommen Sie recht einfach zur eigenen Unternehmensgeschichte. Probieren Sie mal, ob das auch bei Ihrem Geschäft funktioniert.
1. Schritt: Überlegen Sie sich für Ihr Geschäft ein allgemein bekanntes Tier. Es soll typisch sein.
2. Schritt: Lassen Sie danach das Tier Ihr Unternehmen beschreiben. Welche positiven Faktoren würde es erwähnen?
3. Schritt: Wandeln Sie die Geschichte so um, dass Sie sie Ihren Kunden und Interessenten erzählen können. Bauen Sie diese erste Story noch etwas aus.
4. Schritt: Testen Sie diese Geschichte mehrfach bei allen möglichen Menschen. Verbessern Sie dabei die Aussagen und Details.

Viel Erfolg dabei.

Sprachbilder rund ums Essen

Überraschend, wie viele Sprachbilder und Redensarten es rund um Lebensmittel, Tiere und Körperteile gibt. Ein paar habe ich für diesen Beitrag herausgesucht und alphabetisch geordnet. Ansonsten lasse ich sie unkommentiert.

In einen sauren Apfel beißen
Für einen Apfel und ein Ei
Der Apfel fällt nicht weit vom Baum
Äpfel mit Birnen vergleichen

Um den heißen Brei reden

Kleine Brötchen backen
Der Mensch lebt nicht vom Brot allein
Den Brotkorb höher hängen
Brotlose Kunst

Ran an die Buletten

Alles in Butter
Butter bei die Fische
Butter vom Brot holen
Jemand etwas aufs Butterbrot schmieren

Sein Fett abkriegen
Fett schwimmt oben
Im Fett schwimmen
Ins Fettnäpfchen treten

Weder Fisch noch Fleisch
Kleine Fische für ihn
Der Fisch will schwimmen

In Fleisch und Blut übergehen
Aus jemand Hackfleisch machen

Da liegt der Hase im Pfeffer

Das Herz rutscht in die Hose
Etwas auf Herz und Nieren prüfen

Honig ums Maul schmieren

Da sind Hopfen und Malz verloren

Hunde und Katzen regnen

Die dümmsten Bauern haben die dicksten Kartoffeln

Die Kastanien aus dem Feuer holen

Frei herunter von der Leber
Die beleidigte Leberwurst spielen

Etwas für ein Linsengericht verkaufen

Dastehen wie der Ochs vorm Berg

Gedrängt wie Ölsardinen

Einer soll bleiben, wo der Pfeffer wächst

Nichts auf den Rippen haben

Da haben wir den Salat

Schwein haben
Schweinen wird alles Schwein
Gegen den inneren Schweinehund ankommen

Mit Speck fängt man Mäuse

Sein eigenes Süppchen kochen
Die Suppe auslöffeln
Die Suppe versalzen
Das Haar in der Suppe
Jemand in die Suppe spucken

Verläuft wie Wasser auf der Zunge

Jetzt geht’s um die Wurst
Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei

Wenn die Zunge zum Halse heraushängt
Jemand klebt die Zunge am Gaumen

 

Tiere erzählen Geschichten

Wenn von einem Jumbo die Rede ist, dann wissen Sie sofort, was gemeint ist. Ein Sprachbild ist geprägt und Sie sehen förmlich ein Tier vor sich. Wenn dieser Jumbo sich in die Lüfte begibt, fällt vielen gleich noch eine bestimmte Typbezeichnung ein: Boeing 747. Bleibt der Jumbo mit allen Rädern auf der Straße, wissen wir: Dieser Laster hat ein großes Lademaß.

Andere Tiere wurden zur Marke. Welche kennen Sie? Einen Frosch, ein Krokodil oder einen Kranich? Der Frosch war lange Zeit das Symboltier der Mainzer Hygiene- und Schuhpflegemarke Erdal. Als der Öko-Gedanke stärker wurde und bei Sauberkeit nicht mehr so viele Tenside eingesetzt werden sollten, besann man sich bei Erdal auf das Wappentier und kreierte eine eigene Marke, den Frosch. Er kann nur in einem natürlichen Habitat überleben und so steht er für nachhaltige Reinigungsmittel.

Das Seitenleitwerk von Lufthansa-Flugzeugen ziert schon von den Anfängen in den 1920er Jahren ein Kranich, der einer der größten Zugvögel ist, der auch in unseren Breiten heimisch ist. Die langjährig im Dienste der Lufthansa tätigen Urlaubsflieger flogen unter dem Signet des Condor, des größten flugfähigen Vogels unseres Erdballs. Da er in Südamerika zu Hause ist, drückte die Marke auch den Aufbruch in die Ferne aus.

Das Krokodil kennen Sie mit Sicherheit von diversen Kleidungsstücken und anderen Produkten der Marke Lacoste. Gegründet wurde die Marke zunächst für den Eigenbedarf vom damaligen französischen Ausnahmetennisspieler René Lacoste, der ab 1933 zunächst Tennishemden herstellte und anbot. Lacoste war in den 1920er Jahren einer von drei fast unschlagbaren französischen Tennisspielern und einer seiner Sportskollegen ging mit ihm eine Wette ein, wenn er ein bestimmtes Spiel gewönne, würde er einen Krokodillederkoffer bekommen. Das Spiel ging verloren, doch die Presse bekam Wind von der Geschichte und so wurde René Lacoste das Krokodil.

Manchmal muss man nicht einmal das Tier sehen, das für eine Marke Pate steht. So genügt der Marke Jack Wolfskin ein Tatzenabdruck als Erkennungszeichen. Jedem wird sofort klar: Das sind Ausrüstungsstücke für die Wildnis oder zumindest für das Freie. Die Tatze deutet sehr subtil an, wofür man die Produkte einsetzen kann. Mehr muss man nicht erzählen.

Alle in einer Herde?

Wir haben spezielle Begriffe für bestimmte Tiergruppen. Einige leben in Rotten, andere in Schwärmen, die dritten in Rudeln oder in Scharen. Aber welche Tierarten leben in welchen Gruppen?

Bei einigen Medienberichten der letzten Zeit ist mir aufgefallen, dass die korrekte Begriffszuordnung selbst Journalisten nicht so ganz klar ist. Deshalb greife ich das hier auf.

Der Oberbegriff für Tiergruppen ist die Herde. Er passt für fast alle Arten von Schafen bis zu Elefanten. Für wild lebende Tiere gibt es noch den Oberbegriff Meute. Doch nun zu den Details:

Hunde leben zu mehreren in einer Koppel, Wildschweine in einer Rotte, Hirsche und Wölfe im Rudel und Rehe in ihrem Sprung. Meeressäugetiere bevölkern die Ozeane in Schulen.

Verlassen wir nun die Säugetiere. Der Schwarm ist ein Oberbegriff für Tier-Verbände, die keine Säugetiere sind, also Insekten, Fische und Vögel. Bei letzteren gibt es aber auch noch ein paar speziellere Gruppen: für Fasane und Wildgänse wird ihr Verband Kette oder Schar bezeichnet. Rebhühner bleiben in ihrer Kompanie, Wildtauben in ihrem Flug. Für Zugvögel ist als Verbandsbezeichnung auch möglich, ihn Zug zu nennen, etwa beim Zug der Wildgänse bei Nils Holgersson. Im engeren Sinn ist ein Zug aber die Gemeinschaft der Schnepfen.

Für Tierverbände kommen inzwischen neue Begriffe aus dem Englischen in den Sprachgebrauch, die extrem generalisieren. Hier finden wir „Pack“ für im Prinzip alle Habitats und „Clan“ für alle tierischen Familienverbände.

Sie merken, es ist schon kompliziert, immer die richtige Bezeichnung zu finden. Aber wenn wir zu den Tierbehausungen kommen, wird es noch etwas kniffliger: Wer wohnt in einem Bau, wer in einem Horst und welche trifft man in Höhlen? Für domestizierte Tiere wird es noch spezieller. Da gibt es Bauer, Stall, Bassin, Voliere, Exotarium oder Schlag.

Es heißt also aufzupassen, damit man die richtigen Zuordnungen findet. Die findet man in schlauen Büchern oder bei erfahrenen Fachleuten. Und diese sind nicht nur im Tierreich fit sondern auch in zahlreichen anderen Dingen.

Unter den bildhaften Begriffen sind Tierbilder spitze

„Der Drache erweist sich als Blindschleiche“. Das war ein Sprachbild vor einem knappen Jahr im Sportteil einer Tageszeitung. Ist Ihnen schon mal aufgefallen, wie oft in dieser Hinsicht Wesen aus der Zoologie verwendet werden? Ich selbst zitiere gerne die „Schnecke auf Mondreise“, die ich schon mal vor über vierzig Jahren losgeschickt habe.

Jedes Tier hat seinen Charakter. Fällt ein Gattungsname, kann jeder gleich einige charakteristische Eigenschaften benennen. Ein Reh ist kein Fuchs, eine Antilope ist keine Raupe und ein Bulle ist kein Bär. In der nächsten Stufe ergänzt man ein Adjektiv und man erhält beispielsweise das sanfte Schaf, den schnaubenden Stier, die listige Schlange, das genügsame Krokodil oder die diebische Elster.

Auf der nächsten Stufe wird noch etwas übertrieben, wie schon bei der Schnecke am Anfang. Da wird dem Bär der Honig aus der Höhle gestohlen. Viele Hasen sind des Hundes Tod. Der Storch dreht einen Looping. Der Zitronenfalter betrachtet verliebt schön drapierte Servietten. Und wie ist das mit dem Hamster, der bohnert? Kennen Sie auch den Spruch: „Ich glaub‘, mein Schwein pfeift!“?

Vor einem aber sollten Sie sich hüten: Die Übertreibung so zu überdehnen, dass das Sprachbild dann gar nicht mehr passt. Beispiele dafür: Wenn Eulen nach Köln getragen werden oder Schmetterlinge einen Schmetterball schlagen. Nicht abnehmen würde ich Ihnen auch, wenn Sie formulieren würden „Der Maulwurf überzeugt durch seine Intelligenz“ oder „Nachts sind alle Katzen blind“ oder gar „Ein stolzer Hahn isst stets vegan.“ Da wäre das Pferd mit der falschen Trense aufgezäumt. Sie merken, diese fast utopischen Bilder machen auch dem Autoren Spaß. Sie nützen Ihnen und Ihren Lesern aber nichts, wenn Sie Ernsthaftes vermitteln möchten.