Sie haben noch kein Buch geschrieben…?

Man kennt den Spruch: „Hat einer ein Buch geschrieben, so wird er in eine Fernsehsendung eingeladen.“ Was bleibt Leuten übrig, die das noch nicht geschafft haben? Ein Teil ist wohl noch auf der Suche nach einem Verlag, ein anderer auf der Suche nach einem Thema und dem Rest fehlt das Geld, so ein Druckwerk selbst zu finanzieren.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ein Buch sehr hilfreich sein kann, gerade, wenn man mal einen Vortrag halten möchte und dabei etwas attraktiver wirken sollte. Welche Alternative gibt es dafür?

Werben Sie für sich, Ihr Unternehmen und Ihr Engagement mit einem Interview. Mit einem gut geplanten Frage- und Antwort-Ping-Pong zeigen Sie nicht nur Ihre Kompetenzen, Leser erfahren auch recht hautnah, wie Sie als Mensch so ticken, Ihre Persönlichkeit.

Fünf bis sieben Fragen genügen, einen ersten Eindruck von einem Menschen zu bekommen. Für mich als Interviewer ist es sehr spannend, die richtigen Fragen zu entwickeln, um mein Gegenüber zum Sprechen zu bekommen. Dabei habe ich aber immer auch das Ziel im Auge, dass die interviewte Person das Interview für die eigene Öffentlichkeitsarbeit einsetzen kann.

Wo es für die Verbreitung eines Buchmanuskriptes nur wenige Möglichkeiten gibt, Druck, eBook und Hör-Buch, lässt sich ein gutes Interview viel breiter streuen. Primär lässt es sich Fachzeitschriften anbieten, dann auch elektronischen Pressefächern. Der Interviewte kann es auf seiner Homepage veröffentlichen, auf seinen genutzten Social-Media-Plattformen einstellen und allen Akquiseschreiben beilegen. Das Interview wird Teil seiner Bewerbungsmappe, wenn es um eine neue Position im Anstellungsverhältnis oder ein Projekt als Selbständiger geht.

Ist das Interview denn dann eine eierlegende Wollmilchsau? – Im Prinzip ja! Man sollte es richtig angehen und sich von jemand interviewen lassen, der für diese Darstellungsform sensibel genug ist. Sprechen Sie mich mal auf das Thema „Interview“ an. Dann erfahren Sie mehr.

Wenn Sprache diskriminiert

Nicht nur in Sprachnachrichten und in der Kulturrubrik der Zeitungen war in den letzten Monaten immer wieder von diskriminierender Sprache die Rede. Sind Minderheiten betroffen und müssen sie hinhalten für schlechte Eigenschaften per se, dann ist der Aufschrei groß. Deshalb ist Vorsicht beim Abfassen von Texten geboten, wenn es etwa um Juden oder Moslems geht, andere Volksstämme oder gar Neger oder Zigeuner. Die beiden letzten Begriffe sind an sich schon abwertend und sollten in seriösen Texten anders formuliert werden. Was in dem einen Fall mit Sinti und Roma geht, ist im anderen schon schwerer: Dunkelhäutiger bietet sich an, Farbiger auch, den Starkpigmentierten würde ich nicht verwenden. Sind die betreffenden Personen hierzulande geboren oder aufgewachsen, ist die Palette der Umschreibungen damit schon beendet. Sind sie neu im Lande, darf man auch vom Afrikaner oder konkreter vom Kenianer reden.

Dennoch muss man sich immer fragen, ob Herkunft und Hautfarbe für einen Bericht von Bedeutung ist. In der Praxis seriöser Medien wird weitgehend auf diskriminierende Sprache verzichtet. Dem kann ich mich gerne anschließen.

In der Sprache werden jedoch auch häufig Mehrheiten diskriminiert. Als Leidtragende fallen mir hier die Frauen ein, über die gerne gewitzelt wird. Es passt allerdings nicht mehr in unsere Zeit, wenn man Frauen als naiver oder inkompetenter darstellt als Männer. Bei beiden Geschlechtern gibt es positive wie negative Beispiele. Schon deshalb funktionieren Verallgemeinerungen nicht. Andererseits bin ich gegen das Verhalten mancher Autoren und Werbetreibenden, die – nur um keine Vorwürfe der Frauenfeindlichkeit hören zu müssen – Frauen durch die Bank weg nur positiv darstellen möchten. Auch das geht an der Lebenswirklichkeit vorbei.

Wichtig ist beim Schreiben oder auch beim Konzipieren von Geschichten, dass man sich vor einer Veröffentlichung überlegt, ob man negative Anteile in Text oder Story auch so stehen lassen möchte. Wenn nicht, so hat jeder die Freiheit, es umzuformulieren.

 

Sinn und Unsinn von Wortwiederholungen

Kürzlich hat Stefan Gottschling von www.Texterclub.de sich in seinem Textertipp mit dem schönen Thema der Wiederholungen in Texten befasst. Das Thema spielt in die Rhetorik hinein, aber auch in den IT-Bereich des SEO, der Search Engine Organisation. Wiederholungen können sinnvoll sein. Sie können aber auch nerven. Das hängt ganz vom Leser und seinem Textverständnis und der Situation ab, in der wir ihn gerade ansprechen. Ist er ausgeglichen und motiviert, wird er anspruchsvolle Texte verstehen. Er wird auch jede Scheu vor Fremdwörtern und Schachtelsätzen ablegen und Bezüge auf weit zurückliegende Passagen des Elaborates tolerieren. Ist unser Leser gerade gestresst, abgelenkt und mangelt es am Fachverständnis, dann wird er schnell aus unserem schönen Text aussteigen. Rechnen wir eher mit der letzten Zielgruppe, dann sollten wir kurze Sätze und kurze Wörter verwenden und uns keine zu gewagten Gedankensprünge erlauben.

Sicher sind Wiederholungen besonders oft in der Werbesprache zu finden. Das „billig, billig, billig“ hämmert sich förmlich im Gehirn ein. Auch, wenn man solche Wiederholungen ablehnt, ins Unterbewusstsein gelangen sie trotzdem. Wer nicht so fit im Texten ist, dem wird eher unfreiwillig die ein oder andere Wiederholung unterkommen. Beispiel: „Ich schreibe Ihnen dieses Schreiben, weil …“ Die Wiederholung kann aber auch ein Stilmittel sein, um eine Betonung auf den wiederholten Begriff zu lenken. Das kann etwa in einer Bedienungsanleitung sinnvoll sein.

In literarischen Texten oder Presse-Reportagen und Sportberichterstattung findet man eine besondere Form der Wiederholung, die mittels Synonymen. Da wird beim Bericht aus dem Station nicht ständig von Schalke 04 gesprochen, sondern auch von den Königsblauen oder den Knappen. In der Presse wird nach Einführung eines Protagonisten, bei der die verschiendenen Funktionen der Figur erklärt werden, abwechselnd von Herrn Maier, dem Seelsorger der Auferstehungsgemeinde oder vom 47-jährigen Theologen gesprochen. Gerade in der russischen Literatur habe ich mich immer schwer zurecht gefunden bei den dort auftauchenden Namen. Da hatte jeder einen Vornamen, einen Familiennamen und noch einen „Funktionsnamen“. In vertraulichen Gesprächen bekam diese Person dann noch einen Kosenamen. Hilfreich, wenn man weiß, dass Sascha nicht nur die Koseform für Alexander sein kann. Dennoch halte ich die Wiederholung in Synonymen für ein gutes Stilmittel.

Internet-Experten behaupten gerne, dass die Wiederholung von Schlüsselworten (key-words) auf Homepages hilfreich sei bei der Suchmaschinenoptimierung. Ich kenne aber auch die Gegenposition. Da Suchmaschinen ihren Algorîthmus häufig umstellen, ist schwer zu sagen, was gerade besser ist. Die Wiederholung hier, auch Redundanz genannt, wird von mir nur akzeptiert, wenn der Text noch lesbar bleibt. Wenn ein Text durch zu viele Wiederholungen, – auch denen von Argumenten, – überfrachtet wird und dadurch zu lange wird, gehe ich ans Streichen. Und aus dieser Überzeugung beende ich jetzt diesen Artikel.

Menschen lieben Geschichten

Zahlen, Daten und Fakten sind Teil unserer Zeit. Doch wir werden nicht glücklich mit ihnen. Das liegt einmal daran, dass sie sich schlecht einprägen, – fragen Sie mal Ihren Nachbarn, ob er weiß, wo der DAX gerade steht. Und es liegt daran, dass sich Zahlen, Daten und Fakten so schnell überholen.

Zum Glück gibt es etwas anderes, was wir uns nicht nur leichter einprägen können, wir sind geradezu begierig, sie zu hören oder zu lesen: Geschichten. Seit gut zwei Jahren befasse ich mich mit Storytelling und merke dabei, wie die Relevanz von Unternehmensgeschichten zunimmt.

Allerorten werden Business-Stories verbreitet, wie die, die zum Erfolg des iPod beitrug: Ein IT-Pionier hatte ein ähnliches Gerät entwickelt und auf den Markt gebracht mit dem Hinweis auf die Speichergröße von 5 GB. Darunter konnte sich keiner etwas vorstellen. Apple machte es besser mit dem Spruch: „1000 songs in your pocket.“ Sie merken, für die richtige Botschaft kommt es nicht auf exakte Fakten an. Man muss nur die richtige Stimmung verbreiten.

Welche Geschichten wollen Kunden hören?

Viele Unternehmensgeschichten folgen ganz traditionellen Erzählungen, etwa die vom schüchternen und oft falsch verstandenen Protagonisten, der bei aller Traurigkeit redlich ist, an seine Träume glaubt und diese sich schließlich auch umsetzen lassen.

Fällt Ihnen eine Erzählung nach diesem Strickmuster ein? – Aschenputtel wäre eines. Der standhafte Zinnsoldat ein weiteres und das hässliche Entlein, das am Schluss zum Schwan wird ein drittes. Selbst Königshäuser folgen diesem Spannungsbogen, – ich werde hier keine Namen nennen. Und letztlich laufen viele Werbebotschaften so ab: Person A ist unglücklich, weil etwas nicht klappt, – Person B gibt den entscheidenden Tipp, der hier immer mit Konsum zu tun hat, und am Ende ist alles gut.

So plump darf eine Firmengeschichte nicht sein. Dazu müssen Sie subtiler und zielgerichteter arbeiten. Als Fachmann für Storytelling unterstütze ich Sie gerne dabei. Wir finden eine Geschichte, die sich leicht bei Ihren potentiellen Kunden einprägt und dann auch noch weitergetragen wird.

Firmennamen, die sich geschnitten haben

Beim Gang durch die Stadt kann man als Freund der Sprache so manches Wunder erleben. Häufig dann, wenn man an einem neuen Geschäft vorbei kommt und sich wundert, wie sich der Laden nennt. Besonders fantasievoll sind dabei Frisöre. Über die Ergebnisse ihrer Kreativität darf man geteilter Meinung sein. Manche Namensschilder sind originell, einige leider nur sehr bemüht. In jedem Fall ist der Name Geschmackssache. Überlegen Sie selbst angesichts der folgenden Firmennamen, welche gut sind und welche suboptimal:

über kurz oder lang (Berlin)

Haargenau Ihr Stiel (Berlin)

Schnibbelstubb (Frankfurt am Main)

Salon Scherenschnitt (Hamburg)

Hairibo (Kassel)

Philhaarmonie (Köln)

Vier Haareszeiten (Linsengericht)

Salon Haarbarium (Lübeck)

Scalp (München)

Kaiserschnitt (München)

Um Haaresbreite (Paderborn)

Abschnitt (Stuttgart)

Vanity Hair (Stuttgart)

Haarem (Wien)

Wer eine Firma gründet, sollte sich zuvor manches überlegen. So auch, ob man am Telefon verstanden wird, wenn man sich mit dem Firmennamen  meldet. Das englische „Hair“ kann leicht mit der deutschen Anrede „Herr“ verwechselt werden. So wird dann aus Hairpracht ein Herr Pracht. Manche witzigen Firmennamen werden von einem Teil der Gesellschaft nicht verstanden, – mal von Älteren, mal von Jüngeren, mal von Leuten ohne entsprechenden Fremdsprachenkenntnissen, mal von Leuten ohne größere Kulturkompetenz. Manche Namen werden von Passanten auch als unangemessen abgelehnt wie etwa hairGott (München).

Wenn Sie einen originellen Firmennamen suchen, der von Ihren potentiellen Kunden weitgehend akzeptiert wird, lassen Sie sich doch von einem Textbegleiter beraten. Es gibt natürlich auch die Möglichkeit, sich ganz einfach mit dem Gattungsbegriff zu behelfen. In unserem Beispiel mit Haar-Handwerkern könnte so die Lösung sein, wenn man das Geschäft „Der Frisör“ nennt. So gesehen in der „Lindenstrasse“. Da heißt das betreffende Unternehmen „Der Frisör“ und die Autowerkstatt „Die Werkstatt“.

Doppelt dasselbe spricht nicht für sich

Kann man eine Empfehlung empfehlen? Wohl kaum. Besser wäre es bei diesem Gasthaus am Rande des Bodensees gewesen, wenn es eine Tagesspezialität angeboten hätte, ein Tagesangebot empfohlen oder ein Gericht des Tages oder – in diesem Fall – auch ein „plate du jour“.

Schön wäre es gewesen, wenn die Gastronomen dann auch noch auf den Plakatständer geschrieben hätten, worin die Tagesempfehlung bestanden hätte. Darin erhält der Uferpromenierende wohl auch heute noch keine Aufklärung: Erhält man Schweine- oder Rindfleisch, Kalbsbraten, Wild oder Fisch, etwas Vegetarisches, Pizza, Nudeln, Kartoffeln, Reis oder Spätzle? Wenn man Hungrigen nur Salat, Suppe oder Dessert verspricht, läuft gewiss niemandem das Wasser im Munde zusammen. Die können siebeneinhalb Euro noch so günstig sein. Dienst am Kunden sieht anders auch und beginnt in diesem Fall bei der korrekten Anwendung der Sprache.

Werbung beim Wort genommen

Bei Spiegel-Online (www.spiegel.de) gibt es die schöne Serie von Hinrich Lührssen „Werbung beim Wort genommen“. Sie zeigt, dass Werbetexte oft nur auf schnelle Effekte aus sind und nicht in jeder Konsequenz durchdacht. So können Slogans leicht die Werbetreibenden und oft auch die Werbekunden entlarven.

Beispiel dafür: Ein Autohersteller wirbt in Deutschland für Probefahrten seiner Fahrzeuge mit der Geschichte des Bob-Teams aus Jamaika, das 1988 an der Winterolympiade in Calgary/Kanada teilnahm. Die komplette Geschichte wurde als Komödie „Cool Runnings“ verfilmt. Ähnlich geht es auch im aktuellen Werbespot und auf Großplakaten zu. Da sieht man vier junge dunkelhäutige Männer, wie sie Trockentraining für eine Bobabfahrt absolvieren und dann in ein Vierradfahrzeug steigen.

Die Werbegeschichte wäre prima gelaufen, wenn der Hersteller auch die Verkäufer vor Ort informiert hätte. Die wussten nichts von der Kampagne, obwohl die Plakate auch bei ihnen im Autohaus hingen. Dunkelhäutige Testfahrer, die mal einen Wagen aus der Werbung ausprobieren wollten, wurden ziemlich unfreundlich und unpersönlich behandelt.

Ich finde: So geht es nicht. Wenn man auf komödiantische Effekte in der Werbung baut, muss man auch in jedem angeschlossenen Autohaus diese Komödie mitspielen. Sonst ist die ganze Kampagne nicht authentisch und lässt an Marke, Produkten und Kundenrespekt zweifeln.

Das Ende ist nahe

Bei diesem Werbeprospekt eines Teppichhändlers hat sich der Texter eines falschen Bildes bedient. Wenn man auf  „die letzten Tage“ hinweist, dann ist das eine Terminologie aus der Bibel, der Offenbarung. Vielleicht waren die Eindrücke des Erdbebens, des Tsunamis und in deren Begleitung des Reaktorunfalls in Japan zu stark. Sonst hätte er nicht zu so „starken“ Worten gegriffen.

Üblich bei vergleichbaren Aktionen sind Texte wie „Nur noch wenige Tage“ oder „In wenigen Tagen ist Schluss“ oder „Letzte Chance für Ihr Schnäppchen“.

Mit dem falsch vermittelten Bild wird eine Werbung zur Lachnummer. Das sollte man vermeiden.

Alter? – Eine neue Zielgruppe wird entdeckt

Die Mitbürger jenseits des 50sten Geburtstages wurden von Werbung und Medien bis jetzt immer übersehen, wenn es zum Beispiel um Fernsehgeschmack oder Konsumgewohnheiten ging. Es war den Verantwortlichen egal oder zumindest vernachlässigbar, was diese Leute so machen.

Aber seit einigen Wochen hat sich hier etwas verändert. In beiden Bereichen werden die Älteren jetzt berücksichtigt. In der Werbung tauchen Grauhaarige als selbstbewusste Konsumenten auf. Schließlich verfügen sie auch über einen größere Anteile am verfügbaren Vermögen als jüngere Gruppen. Außerdem werden sie von der Personenzahl her immer mehr.

Nach der Werbeaktion von Dove und drei älteren Damen im Jahr 2005 erfuhren die Werbetreibenden, dass ästhetisch gut gemachte Werbung auch gerne gesehen und beachtet wird.

Da die Gruppe der Älteren immer weiter wächst, lenken auch die Medienmacher immer mehr Augenmerk auf diesen Personenkreis. Ihnen wird nicht mehr nur das klassische „Kukident-Fernsehen“ angeboten, sondern auch spezielle Bildungs- und Kulturprogramme. Leider können sich Zeitschriften für eine ältere Leserschaft nur sehr schwer durchsetzen. Regional gibt es einige, aber trotz einiger wohlbeachteter Anläufe sind die bundesweiten Magazine nach Wochen oder Monaten immer wieder eingestellt worden. Liegt es daran, dass ältere Leser, die Anspruch suchen, dann eher zu spezialisierteren Heften greifen?