Du sollst nicht langweilen

In einer Welt, in der wir stets Wichtiges vom Unwichtigem trennen und uns allgemein schnell zurechtfinden müssen, darf das Lesefutter nicht zu ausschweifend sein. Sonst wird es nicht gelesen.

Gerade im (Selbst-)Marketing geraten viele Unternehmen ins Fabulieren und merken gar nicht, wie schnell sie sich vom Wesentlichen entfernen. Ich schätze zwar so etwas wie einen netten Plauderton in Texten oder Vorträgen, aber ich möchte mir aussuchen dürfen, wessen Werken ich dieses große Maß an Zeit einräume.

Für alle anderen gilt: Sage, was Du anzubieten hast und worin Deine Stärken bestehen. Dein Gegenüber kann Fragen stellen oder sich direkt melden, wenn er mit Dir ins Geschäft kommen möchte. Alles Andere wird allzu leicht zu Luftblasen, die zwar bemerkt werden, aber keinem weiterhelfen.

Wie man schnell zum Punkt kommt und Texte lebendig und frei von Hülsen und Plattitüden gestaltet, verrät gerne Ihr professioneller Textbegleiter.

Lesekompetenz dank Stadtbücherei

Wie schafft man es, zu einer hohen Lesekompetenz und einem großen Wortschatz zu gelangen.? Man braucht die richtige Umgebung dazu. Stehen keine Menschen direkt zur Verfügung, von denen man etwas lernen oder denen man Fragen stellen kann, dann bietet sich die nahe Stadtbücherei an, in der es Literatur aller Genres gibt. Heutzutage findet man dort auch viele Werke in anderen Sprachen. Das ist schon notwendig, weil die Welt immer globaler wird und von uns auch verlangt, dass wir uns auf andere Ethnien einstellen.

Genauso können Mitbürger mit anderer Muttersprache sich mit dem Bibliotheksangebot in ihrer gewohnten Sprache weiterbilden, Querverweise zur Sprache des Gastlandes herstellen und so einen breiten bilingualen Wortschatz aneignen. Die Stiftung Lesen hat festgestellt, dass ca. 20% der Büchereinutzer einen Migrationshintergrund haben. Das ist ein höherer Anteil als Migranten an der Gesamtbevölkerung haben.

Lesekompetenz ist der Türöffner zur Kultur, zur Gesellschaft und nichtzuletzt zur Arbeitswelt. Fördern wir sie, wo immer das möglich ist, zum Beispiel auch dadurch, dass wir im Freundeskreis Bücher tauschen oder im „bookcrosser“-Sinn aussetzen. (http://www.bookcrossers.de)

Ihr Kunde hat ein Recht darauf

Viele Unternehmen haben klangvolle Namen, verraten ihren Kunden jedoch leider nicht, mit wem sie es zu tun haben, wer sich persönlich um die Aufträge kümmert. Auch wenn vieles durch EDV in der Abwicklung vereinfacht ist, es sind Menschen, die zumindest die korrekten Anstöße liefern und damit für Ihre Zufriedenheit sorgen.

Deshalb sollten Ihre Kunden auch die vollständigen Namen der zuständigen Sachbearbeiter kennen. Dadurch wird der Prozess persönlicher und die Kunden wissen im Falle eines Falles, an wen sie sich wenden können. Aber bitte schicken Sie nicht ein Phantasiewesen wie Erika Mustermann vor. Das durchschaut Ihr Kunde schnell und entwickelt in diesem Fall nicht so viel Sympathie als bei Menschen aus Fleisch und Blut.

Was für Firmen gilt, muss auch von Behörden beachtet werden, wenn sie ihre Kunden ernst nehmen und freundlich behandeln wollen. Lange erhielt ich Schreiben von meinem zuständigen Finanzamt von einer Person, – nennen wir sie hier Schmidt. Der Namenszug war gestempelt. Wollte ich ans Amt schreiben, wusste ich nicht einmal, ob ich einer Dame oder einem Herren schreiben sollte. „Sehr geehrte Damen und Herren“ als Anrede ist auch zu gestelzt und passt in diesem Zusammenhang nicht mehr in unsere Zeit. Diese unpersönliche Person bekam erst Jahre später einen „Ausdruck“, als ich einen Anruf von Frau Schmidt erhielt.

Abschließend eine Bitte: Melden Sie sich im geschäftlichen Umfeld auch am Telefon mit Ihrem vollständigen Namen, denn gerade die Verbindung aus Vor- und Familiennamen zeigt Ihre Individualität und Gesamtpersönlichkeit. Das kann der Familienname alleine nicht ausdrücken.

Die Signalwirkung des eigenen Namens

Welches Wort hat in Mailingtexten den größten Signalwert? Was fällt Ihnen beim ersten Blick auf einen Brief sofort auf? – Ihr eigener Name.

Die persönliche Ansprache trifft den Leser unmittelbar, selbst wenn er den Absender und seine Offerten nicht kennt. Seit es Datenverarbeitung gibt, versuchen Versender, ihre Kunden und Interessenten persönlich anzusprechen und in ihren Aussendungen und Rundmails den Empfängernamen mindestens zwei bis drei Male zu verwenden. Ein deutliches Zeichen dafür, wie wichtig der eigene Name in der Ansprache ist. Das bestätigen auch alle Betreiber von DirektMailing-Agenturen, was sich auch in ihren Tarifen ablesen lässt: Personalisierte Anschreiben sind deutlich teurer als reine Wurfsendungen.

Nur eines sollten Sie bedenken: Zu viel Erwähnung der Kundennamen im Anschreiben kann kontraproduktiv sein. Wie in anderen Bereichen kommt es auf die richtige Dosierung an.

Welches Maß das richtige für bestimmte Anlässe ist, können Sie bei ihrem professionellen Textbegleiter erfahren.

Passende Überschriften sorgen für Rückenwind

Eine Headline, oder auf Deutsch die Überschrift, sei nicht wichtig? – Falsch!

Leser durcharbeiten keine Textmedien von vorne bis hinten. Sie springen von Beitrag zu Beitrag, – wer sollte ihnen das verübeln? Als Autor sollten Sie aber darauf achten, dass Leser, die Sie erreichen wollen, bei Ihren Beiträgen hängen bleiben.

Deshalb muss man den Wortlaut einer Überschrift genau überlegen. Am besten, man hat mehrere Entwürfe dazu und entscheidet erst dann, welche man nimmt, wenn der komplette Beitrag steht.

Eines darf die Überschrift nicht sein: beliebig. „Meier & Söhne stellen wieder ein“ ist nur dann eine Schlagzeile wert, wenn sie zuletzt nur entlassen haben. Diese Titelzeile würde auch funktionieren, wenn „Meier & Söhne“ schon zum zweiten Mal Konkurs machen würden.

Ansonsten sind alle bildartigen Titelzeilen den rein sachlichen vorzuziehen. Eine meiner ersten Schlagzeilen lautete: „Wie eine Schnecke auf Mondreise“. Interessant? Ja, denn darunter kann sich jeder etwas vorstellen, selbst wenn dann ein Fachtext für Insider folgen sollte. Fanden Sie diesen Text hier nur lesenswert, weil Sie sich unter „Rückenwind“ etwas vorstellen konnten?

Wenn man sonst auch keine Familiennamen zum Anlass nehmen sollte, seinen Wortsinn in die Aussage hineinzuziehen, bei Headlines ist das zulässig, wenn es nicht difamierend ist.. Beispiele: „Stein-Handel liefert jetzt auch Granit“ oder „Durst GmbH hat Hunger auf weitere Filialen“ oder „Alois Zweifel sorgt sich um das Auslandsgeschäft“, aber nicht „Hugo Weinstein mit Alkohol am Steuer erwischt“.

Welche Inhalte reizen den Durchschnittsmenschen zum Lesen? Nach Stefan Gottschling gibt es fünf Momente, von denen man zumindest eines verwenden sollte: Neugier, Angst, etwas Bekanntes, etwas Nützliches oder eine schnelle Information. (aus Gottschling, einfach besser texten, Gabal Offenbach, 4.A. 2006, Seite 111; www.book-at-web.de/EinfachbesserTexten)

Werden Texte überflüssig?

Heute stieß ich auf einen interessanten Beitrag bei Heise-Online:

http://www.heise.de/tr/artikel/Text-wird-in-vielen-Faellen-Ueberfluessig-1155937.html

Danach wird in etwa zwanzig Jahren das geschriebene Wort überflüssig und vollständig durch das gesprochene Wort ersetzt. Mit Hilfsmitteln lässt sich jedes „wichtige Wort“ scannen und anhören. Jede Privatperson kann Sprache aufzeichnen und die so entstandenen Notizen verwalten.

Zwanzig Jahre sind ein überschaubarer Zeitraum und ich denke, bis dahin werde ich noch aktiv bleiben als Ihr professioneller Textbegleiter. Da bleiben keine Fragen unbeantwortet.

Was sagt uns die neue Pisa-Studie?

Kurz und knapp: Unerwartetes stand nicht drin in der aktuell im Dezember 2011 veröffentlichten Studie. Ein wesentlicher Punkt betraf die Lesekompetenz, – wie in der ersten Studie vor rund zehn Jahren. Sie hat sich – in Deutschland – etwas verbessert, – berühmt kann man sie noch nicht nennen.

Warum ist denn die Lesekompetenz so wichtig?

Durch Lesen erschließen wir uns die meisten der anderen Fähigkeiten. Auch Textaufgaben in der Mathematik, Beschreibungen in Naturwissenschaften, Handbücher für Computerprogramme oder gar Arbeitsanweisungen könnten wir ohne Lesekompetenz nicht umsetzen. Dennoch zeigt sich immer wieder, dass viele Testpersonen selbst einfache Texte nicht verstehen.

Kinder müssen frühzeitig zum Lesen gebracht werden, – früher als der Kontakt zum Computer oder rechnerähnlichen Spielwaren muss ein Kind eine Beziehung zu Büchern entwickeln. Schließlich gibt es da ganz exzellente und hervorragend illustrierte Werke.

Im Blog von Bekannten http://clusterblog.de/allgemein/pisa-einmal-andersrum/ wurde mir klar, dass wir auch in Sachen Lesekompetenz keiner Statistik trauen dürfen. Wenn aktuell Schüler aus Shanghai die PISA-Studie in Sachen Lesekompetenz anführen, ist das noch lange kein Grund, die chinesischen Drills bei uns einzuführen. Zu viel eingeübtes Training tötet Kreativität und Flexibilität. Menschen müssen nicht nur funktionieren, sie müssen sich ihren aktuellen Situationen gerecht verhalten können, wozu auch die Fähigkeit gehört, Improvisieren zu können.

Der erste Entwurf ist selten der beste

Wie schreiben Sie Ihre Texte? Mühelos von vorne bis zum Schluss? Oder sammeln Sie erst Stichpunkte und machen eine Gliederung, bevor Sie mit dem eigentlichen Schreiben anfangen? Oder erstellen Sie Ihre Texte erst als Rohfassung und überarbeiten diese, bis sie stimmig ist?

Überarbeiten? Hat ein guter Texter es nötig, seine Texte zu überarbeiten? Gewiss. Gute Autoren feilen lange an ihren Werken. Deshalb spielt es auch keine Rolle, ob sie mit der Titelzeile, dem Textvorspann oder irgendwo in der Mitte des Textes mit dem Schreiben beginnen. Mir geht es manchmal so, dass mir ein Werk in der Entwurfsphase nicht gefällt, weil es nicht stimmig aufgebaut ist, keine Spannung vermittelt oder zu wenig Sprachwitz enthält.

Dann werden Sätze und Absätze verschoben. So gelangt die originellste Aussage an den Anfang, denn nur so kann ich meine Leser für ein Weiterlesen gewinnen. Chronologie ist meistens langweilig, deshalb ist sie für manches Schreiben zweitrangig.

Stimmt der Text von seinem Aufbau und sind die einzelnen Aussagen schlüssig, dann wird an einzelnen Sätzen gearbeitet. Allzuleicht schleichen sich unnötige Füllwörter ein, besonders beliebt sind „auch“, „häufig“, „nur“ oder „meistens“. Auf sie kann man gerne verzichten.

Als nächstes suche ich nach Hilfsverben, Formen von „sein“ und „haben“, etwa „ist“, „hat“ oder „wurde“. Echte Verben vermitteln viel mehr Farbe und Spannung. Dann untersuche ich meine Sätze, ob auch nur die im Passiv stehen, bei denen es nicht zu vermeiden ist, so beim Briefträger, der vom Hund gebissen wurde. Aktive Satzkonstruktionen wirken immer stärker und deshalb überprüfe ich meine Sätze daraufhin. (Mehr Beispiele zum Thema weiter unten)

Es gibt noch ein paar Techniken, mit denen man Texte überarbeiten kann, und Punkte, die man überprüfen muss, weil sie leicht zu Fehlern führen, doch Hinweise darauf folgen später oder sind bereits in meinem Blog zu finden.

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Beispiele für Sätze im Aktiv:

1) Die Geschäftsleitung freute sich, die neue Fertigungshalle einweihen zu können.
2) Der Einkäufer kehrte mit vollen Auftragsbüchern von der Frühjahrsmesse zurück.
3) Wer liebt schon Büroarbeit? Pflichtbewusste Mitarbeiter erledigen sie still und zügig.

Beispiele für die selben Sätze im Passiv:

1) Die neue Fertigungshalle wurde freudig von der Geschäftsleitung eingeweiht.
2) Mit vollen Auftragsbüchern von der Frühjahrsmesse wurde der Einkäufer begrüßt.
3) Büroarbeit wird selten geliebt. In ihrer still und zügigen Erledigung zeichnet sich ein pflichtbewusster Mitarbeiter aus.

Wir nehmen Ihre Kritik ernst, …

Kunden helfen Unternehmen nicht nur damit, indem sie konsumieren. Sie unterstützen Firmen auch dadurch, dass sie sich kritisch zu Produkten und Dienstleistungen äußern. Jedes Lob und jede Rüge kann, falls sie in den firmeninternen Verbesserungsprozess eingehen, zu einem Imagegewinn dieses Unternehmens führen. Dabei stehen nicht nur die Produkte und Dienstleistungen selbst zur Diskussion sondern auch die mit dem Erwerbsprozess verbundenen Begleiterscheinungen: Abwicklung, freundliche Beratung, Zahlungsverkehr, After-Sales-Prozess, Garantie und Mängelabwicklung, schließlich auch das Mahnwesen.

Nimmt man Kundenkritik wirklich ernst, dann können daraus schrittweise Verbesserungen entstehen. Alle nachfolgenden Kaufprozesse können davon profitieren und natürlich auch die Kunden wie Lieferanten. Es gibt nichts Schlimmeres bei einem Kaufvorgang, wenn dem Interessenten dabei Zweifel kommen und er den Kaufprozess abbricht. Beim persönlichen Einkauf in einem Ladengeschäft kann man den Rückzug des Kunden noch wahrnehmen, im Versand- oder Internethandel bleibt so ein Interessenverlust für den Verkäufer unbemerkt. So kann er nicht feststellen, ob und wo er falsch kommuniziert hat.

Laden Sie sich Testkäufer ein, wenn Sie Schwachstellen in Ihrem Verkaufsprozess ermitteln wollen. Als Kommunikationsfachmann stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung wie auch andere sensible Experten aus meinem Netzwerk.

Unfähige und unwillige Schreiber

Gerade las ich in einem Internet-Forum den Eintrag eines Freundes. Er äußerte sich zu Foren-Einträgen allgemein. Beim dritten Rechtschreibfehler hört er auf zu lesen, meint er.

Er stellt einige weitere Fragen an Autoren, die sich nicht um korrekte Texte bemühen: Ist es nur Unfähigkeit oder gar Unwilligkeit. Wenn er sich nicht auf seinen Leser einstellen möchte, dann schwingt – nach meinem Freund – Arroganz, Selbstgerechtigkeit und Egozentrizität mit.

Mein Freund hat mir aus dem Herzen gesprochen: Wer sich nicht die Zeit nimmt, einen Text so zu verfassen, dass ich als Leser ihn gerne lese, drückt damit mangelnde Wertschätzung vom Autoren gegenüber dem Leser aus. Möchte jemand, dass ich seine Texte lese, dann erwarte ich von ihm, dass er seine Worte so gefällig in die Maschine tippt, dass ich nicht andauernd über Tippfehler stolpere. Dafür gibt es ja auch Textverarbeitungen mit Korrekturassistenz.

Ich beobachte aber immer mehr Autoren im Netz, die offensichtlich mit ihren orthographischen Schwächen kokettieren. Von mir aus können sie das weiterhin machen. Aber sie dürfen dann nicht mehr erwarten, dass ich ihre hingeworfenen Ergüsse lese.

Nachbetrachtung: Wenn solche wenig durchdachten Texte von Unternehmern stammen, dann muss ich diesen unterstellen, dass ihre sonstigen Arbeiten, – auch im Bereich ihrer Kernkompetenz, – ähnlich schlampig abgewickelt werden.