Die Funxion ohne Refleksion sollte indexiert werden

Angesichts dieser Überschrift werden sich manche Leser an den Kopf fassen: Was ist denn jetzt mit dem Blog unseres Textbegleiters los? Hat der eine neue Rechtschreibung eingeführt?

Weder noch. Ich wollte nur mal ein paar Fremdwörter aufgreifen, die häufig falsch geschrieben werden.

Dazu zählen die Funxion (richtig: Funktion), die Refleksion (korrekt: Reflexion) und das indexieren (verbessert zu indizieren). Schreibern unterläuft allzu oft etwas Falsches bei Fremdwörtern. So auch beim Lizensieren, das sich von der Lizenz ableitet und deshalb mit zwei „z“ geschrieben werden muss (lizenzieren). Häufig findet man die Ekstase falsch geschrieben als Extase. Hier wäre ersteres richtig. Konstanz heißt die Stadt am Bodensee, was uns noch lange nicht das Recht gibt, den Konsenz oder den Dissenz mit einem „z“ abzuschließen (korrekt sind also Konsens und Dissens). „Sensus“ ist das lateinische Wort, das hier einen Sinn ergibt. Der Algorhythmus ist so leider auch falsch, weil er nichts mit dem oft auch falsch geschriebenen Rhythmus zu tun hat, sondern mit Algoritmus (Art der indischen Rechenkunst). Leider fällt mir auch kein Achsion zur Reduxion von Fehlern ein, da hier auch wieder beide Fremdwörter nicht korrekt geschrieben sind: Über ein Axiom zur Reduktion von Fehlern würde ich mich freuen. Ein Wort habe ich als fehlerhaftes konstruiert. Vielleicht kann sich die doppelten Fehler so leichter merken in – Nazionalhümne.

Mehr zu Schreibfehlern findet man bei der schönen Zusammenstellung von PhiloPhax Philipp Lohberg bei www.schreibfehler.info

Sprache ein lebendiger Organismus

Mit der deutschen Sprache haben sich schon viele kluge Köpfe befasst. „Die Sprache bestimmt den Menschen,“ meinte Johann Gottlieb Fichte (1762 – 1814). Für den Philosophen ist Sprache ein lebendiger Organismus, der sich über Jahrtausende entfalte. Dagegen fand Fichte, dass Sprachen, die mit zu vielen Fremdwörtern durchsetzt sind, dadurch an ihre Grenzen stoßen und nicht mehr wandelbar seien.

Jeder Denker sei, so die Annahme des Philosophen, auch ein Dichter, weil er nicht nur kreativ mit der Sprache umgehe sondern auch im Texten Sprache schafft. Er plädierte bei seinen Zeitgenossen auch für den lebendingen, natürlich-direkten Sprachgebrauch, der gleichermaßen volksnah und demokratisch sei. Was Fichte gegenüber seinen Zeitgenossen ablehnte, vor allem Fremdwörter aus dem Französischen, kritisieren Sprachpuristen heute auch der aktuellen Werbe- und Modesprache.

Mehr zu dem Philosophen unter http://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Gottlieb_Fichte

Werbesprache ist häufig missverständlich

Jugendliche verstehen viele Werbeaussagen nicht, – für Erwachsene gilt das fast im gleichen Maße. Zu den unverständlichen Textbereichen gehören Ironie, Satire, Überhöhungen, Anglizismen, Fremdwörter und einfach auch unbekannte Worte.

Dabei geht es nicht darum, dass diese Jugendlichen zu schnell auf Werbung hereinfallen. Sie können schon ganz gut zwischen Werbung und Information unterscheiden. Dafür  können sie noch keine Beziehungen herstellen bei breit angelegten Kampagnen, z.B. im Mix von Fernsehunterhaltung, Produktwerbung und Live-Event.

Auch funktioniert der Zugang Jugendlicher zu einem Plakat oder einer Zeitschriftenseite meist zunächst über die Abbildungen. Auf für sie Unverständliches reagieren die jungen Leute fast immer so, dass sie die Abbildungen für glaubwürdig halten und Texte hier als Fremdkörper ansehen.

Welche Schlüsse ich als Textfachmann aus dieser Erkenntnis ziehe?

Ich bemühe mich darum, möglichst Naheliegendes miteinander zu verbinden, keine Textsprünge zu veranstalten und nicht in Pointen verliebt zu sein, die nur die Hälfte der Leser versteht. Hier gilt wie an vielen anderen Stellen der Marketinggrundsatz: „Keep It Simple and Stupid“. (= KISS)