Ein Hotel, eine Landschaft und gutes Essen

Im Bereich des Tourismus vollzieht sich ein Wandel. Die Verantwortlichen in der Branche haben gemerkt, dass es den Reisenden und Erholungssuchenden nicht mehr genügt, nur den erwarteten Ausblick, ein freundliches Schlafzimmer und ein üppiges Speiseangebot vorzufinden. Nein, sie brauchen mehr, wenn sie sich nach ein paar Tagen oder wenigen Wochen erholt fühlen wollen.

Die heutigen Touristen brauchen das Gefühl, etwas erlebt zu haben, den Kick für Seele und Körper. Dazu gehören sportliche Herausforderungen auf unterschiedlichen Gebieten und mit ganz verschiedenen Fortbewegungsmitteln. Auch ziehen Gruppenerlebnisse, wobei für Familien eine Fahrt mit einer Kabinenbahn auf einen Berg oder mit einem Ausflugsdampfer zu einer Robbenbank schon für nachhaltigen Gesprächsstoff sorgen kann.

Bei Landschaften genügt es nicht mehr, dass es viele schöne Aussichten oder Fotowinkel gibt, um jede Region wird ein Geschichtsmythos entwickelt. Im Kern sind solche Storys zutreffend, für die Gäste werden die Erzählungen jedoch gerne mit kaum belegten Details umrankt. Das bleibt besser in der Erinnerung.

Gerne verknüpfen die Marketing-Manager aus dem regionalen Tourismus ihre Landschaft mit Sagen und beliebten Erzählungen. Manchmal artet das aus, wie etwa an den Weser-Orten, wo man einmal allerorts den Rattenfänger antrifft, anderenorts die Stadtmusikanten oder in anderer Richtung den Lügenbaron. Die Reduzierung einer Landschaft auf nur eine Geschichte kann es einem vermiesen mit Reisenden, die wissbegieriger sind. Da viele Orte und Regionen nicht nur eine Blüte hatten, die sich plakativ vermarkten lässt, sollte man überall darauf achten, dass sich alle Charaktere in etwa die Waage halten.

Auch wenn Sie in keiner touristisch so gut besuchten Region zu Hause sein sollten, überlegen Sie dennoch mal, was in Ihrem Umfeld für eine touristische Geschichte taugen würde. Ein paar Beispiele: das halbe heutige Deutschland war vor 2000 Jahren von Römern besetzt. Welche Menschen haben da zusammengelebt? Im Mittelalter gab es viele Stadtbelagerungen und oft war es ein mutiger Bürgermeister, der den Ort vor der Zerstörung bewahrt hat. Sagengestalten und Waldgeister waren überall anzutreffen, besonders viele in der Nähe von Gewässern. Mitteleuropa ist geprägt von vielen Erfindern, Entwicklern und Unternehmensgründern, deren Geschichten noch nicht ausgelutscht sind.

Für die Vielfalt der deutschen Sprache

Im Urlaub in der Steiermark las ich am 27.12.2012 die „Kleine Zeitung“, ein Boulevardblatt mit großem Zuspruch in der Alpenrepublik. Da beschwerten sie sich über das „Piefkinesisch“, das immer mehr in Österreich anzutreffen sei. Beispiele gab es auch, wobei ich bei einigen der gegenüber gestellten Wörtern nur kleinere Unterschiede erkennen konnte, so bei Skifahren – Skilaufen oder Tormann – Torwart. Beim letzten Wortpaar ist angesichts des aufkommenden Damenfußballs eher die deutsche Version als geschlechtsneutral anzusehen. Ansonsten muss auf Tormann und Torfrau ausgewichen werden.

Die Sprachgrenze bei einigen anderen Beispielen ist nicht identisch mit den Staatsgrenzen: Semmeln, Erdäpfel oder Häferl/Haferl sowie das quatschen sind auch im deutschen Süden geläufig. Die Abgrenzung müsste hier gegen West- und Norddeutschland laufen mit ihren Brötchen/Schrippen, Kartoffeln, Bechern oder plaudern.

Anders bei Worten, die traditionell jenseits von Pfänder, Zugspitze und Walserberg benutzt werden: Topfen, Sackerl, Palatschinken, Kren, Gelse oder Paradeiser. Mit ihnen haben unerfahrene Deutsche beim ersten Österreichkontakt so ihre Schwierigkeiten. Ich erinnere dabei an eine meiner Lieblings-Quizfragen: „Was ist der Hauptbestandteil des Palatschinkens?“ – Auflösung später.

Bei meinen Recherchen zu diesem Thema bin ich auf Rudolf Muhr, Professor an der Universität Graz und Leiter der Forschungsstelle österreichisches Deutsch, gestoßen. Er hat auch die Titel zum oe-wort eingeführt, nachzulesen bei Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Wort_des_Jahres_%28%C3%96sterreich%29

Interessant sind hier für mich alle Begriffe und Sprüche, die deutlich von den deutschen Wörtern des Jahres abweichen. So gefällt mir besonders der Spruch des Jahres 2006: „Nimm ein Sackerl für mein Gackerl.“ Das war ein Plakattext, der dazu auffordert, den Hundekot der eigenen Vierbeiner einzusacken. Vieles hier ist politisch begründet, wie auch bei den Deutschsprachigen zwischen Ems und Oder. Einiges davon drastisch, wie ein Kommentartext nach dem Einbruch eines 14-jährigen, der bei der Tat von einem Polizisten erschossen wurde: „Wer alt genug zum Einbrechen ist, ist auch alt genug zum Sterben.“ Das ist Zynismus pur. Von einem Journalisten verfasst, ist das nicht unbedingt ein Beweis für seine Qualität als Kommentator.

Ich finde, wir sollten weniger aufgeregt mit den sprachlichen Besonderheiten umgehen. Auch Pfälzer, Badener und Württemberger benutzen Ausdrücke, die nicht auf überregionalen Produkten wiederzufinden sind. Die Gesetze des Marketing in einer globalen Gesellschaft macht es erforderlich, dass die Produkte auch anderswo verstanden und gekauft werden. Ein Zusatzbegriff muss aber bei größeren Gebinden möglich sein.

Zu guter Letzt: Hauptbestandteil des Palatschinkens sind Eier und keine Wurstwaren. Das Gericht entspricht im Wesentlichen dem Pfannkuchen.

Was Hessen leicht fällt, Baden-Württembergern dagegen nicht

Sie kennen den Hessenpark, ein Sachsenschloss, Rheinwein, Rhönsprudel, Donauwellen oder den Spreewald. Dann dürften Sie auch mit Leipziger Allerlei, Aachener Printen, Schwarzwälder Schinken, den bayerischen Königsschlössern, dem Kölner Dom oder Sachsen-Anhalt etwas anfangen können. Zwölf Begriffe, die aus ganz unterschiedlichen Bereichen stammen, aber zunächst nur eine geographische Bezeichnung beinhalten. Dann fällt auf, dass die ersten sechs Begriffe aus einzelnen Worten mit maximal vier Silben bestehen, auch wenn es zusammengesetzte Worte sind. Die zweiten sechs Begriffe bestehen immer aus zwei Worten. Was zeigt sich an den Beispielen:

Bei geographischen Begriffen gibt es solche, die so kurz sind, dass man sie leicht mit anderen Worten zusammenziehen kann. Bei anderen geht das nicht, weil dadurch Zungenbrecher entstehen würden. Probieren Sie es mal mit den deutschen Bundesländern, ihnen einfach nur die Silbe -land anzuhängen. Wo geht das und wo nicht?
Hessenland, Bayernland, Sachsenland geht, Saarland ist ohnehin schon ein feststehender Begriff, aber schon beim Thüringer Land und dem Brandenburger Land muss man zwei Wörter bilden, und bei den restlichen Flächenstaaten muss man das „Land“ voranstellen, wenn man es den anderen Ländern gleichtun möchte, also Land Schleswig-Holstein, Land Mecklenburg-Vorpommern, Land Niedersachsen, Land Sachsen-Anhalt, Land Nordrhein-Westfalen, Land Rheinland-Pfalz und Land Baden-Württemberg. Das werden ganz schöne Wort-Ungetüme.

Wenn man bestimmte Flussufer bezeichnen möchte, kann man in Fließrichtung von rechts und links sprechen. Bei Flüssen mit kurzen Namen verbindet sich das gleich mit dem Begriff: wie bei rechtsrheinisch oder linkselbisch. Haben sie einen längeren Namen erfordert es eine Umschreibung wie bei „rechts der Pegnitz“ oder „links der Donau“.

Benötigt man den geographischen Namen im Marketing, kommen einem manche Kombinationen leicht über die Lippen: So ist es dann auch leichter, Pfälzer Wein zu vermarkten als Wein der Region Saale-Unstrut, Ahrwein kann leichter sein als Rebensaft der Region Mosel-Saar-Ruwer. Was ich damit sagen möchte ist, die Namensfindung von Marktnamen mit regionaler Verankerung erfordert mehr Einsatz und Erfahrung, damit sie leicht über die Lippen gehen, sich gut lesen lassen und deshalb auch schnell gespeichert werden können.

Marketing-Trends 2011

Basis dieses Blog-Beitrages ist ein Artikel der Fachzeitschrift W&V vom 2. Februar 2011, der recht interessant die Marketing-Möglichkeiten unserer Tage aufzeigt. Ich gebe die Erkenntnisse der Marketing-Fachleute in meinen Worten wieder.

Als Verbraucher ist man heutzutage ja geprägt durch viele Einflüsse auf elektronischer Basis. So möchte man sich fast das Recht zum Abschalten einklagen. Das soll modernes Marketing erlauben, eine Auszeit für elektronische Ablenkungen und Medienbeeinflussung. Schön.

Andererseits haben wir alle unsere Erfahrungen mit elektronischen Spielchen, online wie offline. Kunden akzeptieren diese Form der Werbetransformation, wie sie früher Comics im Werbeumfeld gut gefunden haben. Hier kommt etwas auf uns zu.

Premium-Segmente drängen auf den Schnäppchen-Markt. Schon länger gibt es auch bei Aldi und Lidl höherwertige Artikel zum für solche Läden unüblichen Umfeld. Aber für Premium-Marken ist dies das einfachste Mittel, ihre Absatzzahlen zumindest zu halten.

Wir werden uns auch an Markenwechsler gewöhnen müssen. Sogar so etwas wie den „Sperrmüll-“ oder „Flohmarkt“ in 2.0-Ausprägung wird es geben, weil viele Verbraucher sich Hochwertiges nur auf Zeit anschaffen und dann wieder loswerden wollen.

Was heute High-End in der Elektronik ist und als cool gilt, wird in Kürze nur noch Standard sein, – auch weil es zu dem gehören wird, was Mensch einfach zum Leben braucht. Damit werden sich Einstellungen zu Smartphones und anderen Geräten grundsätzlich ändern. Ein Statussymbol sind sie bald nicht mehr.

Der Kunde wird mündiger und der Händler muss sich darauf einlassen, wenn er weiter Geschäfte machen möchte. Beratung ist das Schlüsselwort für alle stationären Geschäfte. Wer sich nicht auf die Fragen der Kunden einstellen kann, geht unter.

Kreativität bleibt nicht mehr in Mauern verborgen. Künftige Freizeitaktivitäten finden vermehrt im Freien statt, ofdt auch im Grünen. Darin eingebettet werden dann Dinge zu finden sein, die man heute nur in geschlossenen Räumen nutzen kann, – Laptops und Smartphones sind hier die Vorreiter.

Die Netze werden immer schlauer und werden uns künftig nur noch das anbieten, was wir in diesem Augenblick tatsächlich brauchen könnten. Die Personalisierung schreitet voran und wer sie am besten betreibt, wird bei seinen Produktwerbungen am besten abschneiden.

Was aber mit Menschen, die mit der Technik zwar Schritt halten können, aber nicht mit ihren Finanzen? Die werden von einer neuen Sparte Berufstätiger betreut werden, die ihnen ihr Budget vor- und ihre Ausgaben nachrechnen. Schöne neue Welt.

Wenn Sie wie ich bei Trends am Ball bleiben möchten, dann konsultieren Sie jemand, der nicht die Trends vom vorvorletzten Jahr wiederholt. Bleiben Sie kompetent auf der Höhe der Zeit und allen gesellschaftlichen Entwicklungen.

Du sollst nicht langweilen

In einer Welt, in der wir stets Wichtiges vom Unwichtigem trennen und uns allgemein schnell zurechtfinden müssen, darf das Lesefutter nicht zu ausschweifend sein. Sonst wird es nicht gelesen.

Gerade im (Selbst-)Marketing geraten viele Unternehmen ins Fabulieren und merken gar nicht, wie schnell sie sich vom Wesentlichen entfernen. Ich schätze zwar so etwas wie einen netten Plauderton in Texten oder Vorträgen, aber ich möchte mir aussuchen dürfen, wessen Werken ich dieses große Maß an Zeit einräume.

Für alle anderen gilt: Sage, was Du anzubieten hast und worin Deine Stärken bestehen. Dein Gegenüber kann Fragen stellen oder sich direkt melden, wenn er mit Dir ins Geschäft kommen möchte. Alles Andere wird allzu leicht zu Luftblasen, die zwar bemerkt werden, aber keinem weiterhelfen.

Wie man schnell zum Punkt kommt und Texte lebendig und frei von Hülsen und Plattitüden gestaltet, verrät gerne Ihr professioneller Textbegleiter.

PR, Marketing und Werbung: bitte trennen

Laien werfen Public Relations, Marketing und Werbung und gewiss auch noch Öffentlichkeits- und Imagearbeit in einen Topf. Ist das nicht alles desselbe? Nein, alle diese Punkte haben eigenständige Ansätze und auch andere Ziele. Welche sind das?

  • Marketing: einfache Produktinformation mit Ziel, zu verkaufen. Gutes Marketing macht es Kunden leicht, Produkte unkompliziert zu kaufen oder Dienstleistungen zu ordern.
  • Werbung: nutzt gängige Werbekanäle, um Produkte oder Dienstleistungen anzupreisen. Erfolg rechnet sich nicht automatisch aus Verkäufen. Werbung kann aber Grundvoraussetzung für Absatzsteuerung (Marketing) sein.
  • Public Relations (PR): Hier findet sehr subtil Information über Waren (Produkte und Dienstleistungen) statt, z.B. auch über Leistungsfähigkeit eines Anbieters oder bei Preisausschreiben oder sonstige Wettbewerbe
  • Öffentlichkeitsarbeit: Hier sollen Fachleute oder Privatkunden erfahren, welche Qualitäten bestimmte Waren haben, warum sich Erwerb und Einsatz rechnen, – kurz alle Pluspunkte dieser Ware kennenlernen.  Öffentlichkeitsarbeit kann auch dort stattfinden, wo man sie nicht erwartet. Wenn dadurch so viel Sympathie entsteht, kann es für Umsatz und Absatz nur positiv sein.
  • Imagearbeit: Hier wird weniger ein Produkt denn ein Hersteller oder eine Warenlinie vorgestellt. Für Imagearbeit geeignet sind alle Linien, die ökologische oder ökonomische Aspekte beinhalten, aber auch alles, was Zeit, Geld und alltägliche Mühe reduziert. Hat eine Ware ein positives Image, wird man leichter danach greifen als für eine Wettbewerbsware, die dieses Image nicht verkörpert.