Warum Ihr Text harmonisch sein sollte

Bei manchen Texten, die ich zu lesen bekomme, graust es mir. Da wird Brocken an Brocken gesetzt ohne jedes Sprachgefühl und mit wenig Interesse an der Lesefreude desjenigen, für den der Text bestimmt ist. Ich bezeichne so ein Resultat als Wörter-Steinbruch. Da hat jemand grob skizziert, war aber nicht auf Harmonie bedacht. Jeder Text braucht gewisse Elemente, damit er gerne gelesen wird. Bei manchen Romananfängen wird das klar, weil schon der erste Satz so gesetzt ist, dass er uns gefangen nimmt und wir das Buch nicht mehr aus der Hand legen möchten.

Für meine Kunden schreibe ich gerne solche Texte, die Menschen und Abläufe auf nette Art beschreiben. Dabei ist mein Ziel immer der Leser der Zeilen: Versteht er, was ich in Worte fasse? Begreift er, welches Anliegen mein Kunde hat? Kann ich eine der Fragen nicht sofort mit „Ja“ beantworten, muss ich an meinem Text noch feilen. Schließlich möchte ich meinen Lesern ja keinen Steinbruch vorlegen.

Blogs schreiben aber richtig

Stimmt die Aussage: „In einem Blog kann man alles schreiben?“ Nun, das ist eine rhetorische Frage und die korrekte Antwort muss „Nein“ lauten.

Ein Blog braucht ein festes Konzept, im Prinzip ein Hauptthema, zu dem es einen schlüssigen Themenkatalog gibt. Wenn Sie etwa einen Firmenblog beginnen möchten, dann schauen Sie mal in Ihren Businessplan. Da finden Sie bereits einige Stichworte. Weitere finden Sie garantiert in Angeboten und Rechnungstexten, denn da ist ja textlich belegt, was das Unternehmen macht. In einem Brainstorming können Sie alleine oder mit Mitarbeitern die Begriffe ergänzen.

Dieses Ergebnis kann Basis Ihres Blog-Konzeptes sein. Und Sie brauchen eine, wie das Social Media Expertin Claudia Hilker bei http://tinyurl.com/82rpo35 meint. Nach dem Konzept kommt der Content. Haben Sie genug Themen, die immer wieder neue Aspekte beleuchten können? Wenn Ihnen dabei die Puste ausgeht, verwaist Ihr Blog sehr schnell und kann Ihnen und Ihrem Image und dem angestrebten Schaufenster nicht dienen.

Damit die Inhalte Ihres Blogs sich nicht nach kurzer Zeit im Kreis drehen und Ihre Leser sich gelangweilt fühlen, müssen Sie eifrige Recherche betreiben. Wer schreibt noch zum gleichen Thema? Wer beleuchtet Teilaspekte? Kommt in der Tagesdiskussion etwas so, dass man im Blog die Brücke schlagen kann?

Noch ein Aspekt ist beim Blog-Schreiben wichtig: der Faktor Zeit. Sollten Sie durch Ihren Blog bekannter werden, was ich Ihnen wünsche, haben Sie dann auch mehr zu tun, Anfragen zu beantworten, Aufträge zu erfüllen und Einladungen nachzukommen. Sollten Sie diese Zeit nicht haben, können Sie immer noch einen Autoren oder gar einen Ghostwriter anheuern, die Ihren Blog regelmäßig füllen. Durch diese Regelmäßigkeit rücken Sie natürlich auch in Suchmaschinen nach vorne.

Sprache als Vertrauenskiller

Gerade ist eine neue Forsa-Studie veröffentlicht worden. Es ging dabei um unsere Sprache und ihre Verständlichkeit. Das Ergebnis ist erschütternd. In unserer Sprache benutzen wir zu viele Begriffe, die von vielen Mitbürgen nicht verstanden werden. Nach der Stuttgarter Zeitung waren vorgegeben: Green Growth, G-20-Agenda, Doha-Runde, IWF-Quotenreform, Vergemeinschaftungsüberlegungen. Alle Begriffe stammen aus der letzten Regierungserklärung unserer Bundeskanzlerin. Auftraggeber der Untersuchung war der Versicherungskonzern ergo, der bekanntlich nicht nur durch den Claim „Versichern heißt verstehen“ bekannt wurde.

Den 2600 Befragten wurden sicher auch noch Begriffe aus dem Versicherungswesen vorgelegt. Und das Ergebnis? Auf VersicherungsJournal.de bekommt man Details: Am schlechtesten schnitten die Formulare und Erläuterungen der Steuererklärungen mit 35% ab, die angaben, dass sie nur von Experten zu verstehen seien. Ihnen folgen die Erläuterungen von Banken (31%) und Versicherungen (28%). Beipackzettel von Arzneimitteln folgen mit 22% auf Platz vier. Diese haben aber auch den Spitzenplatz der Befragten, bei denen 32% angaben, dass sie durchaus von jedem zu verstehen seien. Ebenfalls eher positiv schnitten Texte auf Lebensmittelverpackungen (26 zu 18%) und Infos der Stromanbieter (15 zu 13%) ab. Bliebe noch das Gedruckte der Mobilfunkanbieter übrig, die nach Meinung von 18% der Befragten nur von Experten verstanden werden. Für 11% kann sie jeder verstehen. Und wie viele meinten, dass Bank- Versicherungs- und Steuerpapiere von jedem verstanden werden können? Das waren 6%, bzw. zwei Mal 5%. Ein trauriges Ergebnis, das der Hohenheimer Kommunikationswissenschaftler Anikar Haseloff kommentierte mit den Worten: „Unverständlichkeit ist ein Vertrauenskiller“.

Was die Studie noch ergab: Frauen lesen die vorgelegten Unterlagen deutlich aufmerksamer als Männer und scheinen sie auch besser zu verstehen. Wo nötig, so stellen sie auch mal Fragen. Die „Klartext“-Kampagne von ergo zeigt aber schon Wirkung. So konnten die Vertragsunterlagen für eine Haftpflichtversicherung von 38 auf vier Seiten reduziert werden, wobei auch die Schriftgröße profitierte.