Kennen Sie den Näkubi?

Viele Dinge des täglichen Lebens haben keinen Namen wie etwa das Gerät, mit dem man Verstopfungen des Abwassersystems bekämpfen kann. Im Norden nennt man das „Pömpel“, im Süden eher „Saugglocke“.

Wenn wir satt sind, sind wir satt. Aber wie fühlen wir uns, wenn wir nicht mehr durstig sind? Undurstig? Dazu gab es vor Jahren einen Wettbewerb und der Gewinner war die Bezeichnung „sitt“ für den Zustand der Flüssigkeitssättigung. Aber benutzt den jemand heute?

Und, – haben wir nach all der Zeit einen allgemein gültigen Begriff gefunden für die zehn Jahre, die inzwischen hinter uns liegen, aber in jedem Rückblick als solche bezeichnet werden sollten?

Wenn wir das alles wissen, was könnte dann der „Näkubi“ sein? Das ist, – ich verrate es gerne, – ein mir bis heute unbekannter Begriff für die Warentrennung zwischen zwei Käufern am Warenlaufband in Supermärkten. Er steht für: „Nächster Kunde Bitte“. Warentrenner oder Warensperre fände ich gelungener. Aber vielleicht hat sich bei Ihnen schon etwas eingebürgert. Verraten Sie es mir im Kommentar, – ich freue mich drauf.

Texte auslegen in der Wissenschaft

Man kann viel über Texte sprechen, das wissen inzwischen viele Leser meines Blogs und auch die Zuhörer vieler meiner Vortragsthemen. Aber haben Sie gewusst, dass die so betriebene Textauslegung auch eine gewisse Wissenschaftlichkeit verfolgt?

In der Literaturwissenschaft wird eine solche Praxis Hermeneutik genannt. Wer mehr dazu erfahren will, findet vieles  dazu bei Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Hermeneutik. Bei vielen Texten kommt es auf die Deutung und präzise Erklärungen an. Formen von Hermeneutik gibt es inzwischen in vielen Disziplinen, so auch in der Rechtswissenschaft und der Bibelforschung.

Wenn dies gerade der Aspekt sein sollte, warum Sie meine Rubriken hier lesen, kann ich Ihnen versichern, hier in Zukunft noch mehr entdecken zu können.

Welche Sprachbilder schlicht falsch sind

Immer wieder begegnen mir Sprachbilder, die ich mir nicht vorstellen kann. So neulich, als einer meinte: „Die Oasen müssen trocken gelegt werden.“ Was möchte uns dieses Bild sagen? Man stört sich wohl an „Feuchtgebieten“. Nun ja, davon gibt es mehrere. Und wenn jemand etwa Sümpfe trocken legen möchte, dann soll er das so sagen.

Eine Oase ist eine feuchte Insel in einer Wüste und gewöhnlich auch so fruchtbar, dass ein paar Pflanzen wachsen. Würde man sie trocken legen würde die Wüsteninsel also versanden. Dann wäre es vorbei mit der Fruchtbarkeit. Aber das möchte wohl keiner einfordern, oder?

Also immer zwei Mal nachdenken, bevor eine bestimmte Formulierung benutzt wird.

Doppelt dasselbe spricht nicht für sich

Kann man eine Empfehlung empfehlen? Wohl kaum. Besser wäre es bei diesem Gasthaus am Rande des Bodensees gewesen, wenn es eine Tagesspezialität angeboten hätte, ein Tagesangebot empfohlen oder ein Gericht des Tages oder – in diesem Fall – auch ein „plate du jour“.

Schön wäre es gewesen, wenn die Gastronomen dann auch noch auf den Plakatständer geschrieben hätten, worin die Tagesempfehlung bestanden hätte. Darin erhält der Uferpromenierende wohl auch heute noch keine Aufklärung: Erhält man Schweine- oder Rindfleisch, Kalbsbraten, Wild oder Fisch, etwas Vegetarisches, Pizza, Nudeln, Kartoffeln, Reis oder Spätzle? Wenn man Hungrigen nur Salat, Suppe oder Dessert verspricht, läuft gewiss niemandem das Wasser im Munde zusammen. Die können siebeneinhalb Euro noch so günstig sein. Dienst am Kunden sieht anders auch und beginnt in diesem Fall bei der korrekten Anwendung der Sprache.