Kriegsvokabular ächten

Bei meinem Besuch auf der Buchmesse hörte ich einem öffentlichen Gespräch zu zwischen dem Benediktinermönch Anselm Grün und dem Unternehmer Jochen Zeitz, seit 17 Jahren Vorstandsvorsitzender der Puma AG. Beide haben zusammen das Buch veröffentlicht „Gott, Geld und Gewissen“, dessen Erlöse in ein Aufforstungsprogramm in Tansania gespendet werden soll. Doch das nur als Einleitung.

In der Diskussion wurde Jochen Zeitz darauf angesprochen, ob es denn stimme, dass in seinem Unternehmen Kriegssprache geächtet werde. Er bestätigte und befand, dass es einem Sportartikelhersteller gut anstehen würde, nur sportliche Ziele in der Unternehmenssprache zu benutzen.

Das kann ich nur unterstreichen. Auch ich halte militärische Wortbilder, wie sie häufig aus den USA kommen, für vermeidbar. Man muss seine Wettbewerber nicht bekämpfen, nicht platt machen und auch nicht ausradieren. Eine Verkaufsschlacht, Preisoffensiven oder Rabattkriege kommen in meinen Texten auch nicht vor. Wir müssen Mitbewerbern keine Breitseite geben, sie anschießen, es genügt, wenn wir am Ende mit einer Nase Vorsprung unser Ziel erreichen.

Es war schön, von einem großen Wirtschaftslenker eine solche Bestätigung zu hören.