Wie soll das Kind denn heißen?

Im Internet kann man hin und wieder auf zunächst seltsam anmutende Themen stoßen. Aktuell habe ich die Seite www.erfolgswelle.ch gefunden, die sich als Dienstleister fürs Finden von Kindernamen versteht. Die Agentur sucht für Ihr Baby aber keinen schon bestehenden Vornamen, sie versucht einen völlig neuen zu kreieren. Ihr Kind wäre dann auch der allererste Träger dieses Namens, eine Verwechslungsgefahr mit anderen Gleichaltrigen wäre ausgeschlossen. Dennoch frage ich mich, trägt so viel Individualität auch dem Kindeswohl Rechnung.

„Erfolgswelle“ legt zwar Wert auf Wohlklang des Namens und Harmonie mit dem Familiennamen und verspricht ein schönes Schriftbild. Das alles sind aber Werte, die einer Mode unterworfen sind. Wer kann garantieren, dass ein für heutige Ohren wohl klingender Name das noch in fünf, 15 oder 50 Jahren ist? Und, da auch andere Kinder erfinderisch sind, wer verhindert, dass Spaßvögel unter den Kindergarten-Kameraden oder Mitschülern den Namen nicht verballhornen und ihn durch giftige Reime lächerlich machen? Ich bin da etwas skeptisch, was den Erfolg angeht.

Anders sehe ich ein anderes Serviceangebot der Schweizer. Danach werden Namen auf negative Wirkungen überprüft, dies besonders in historischem Sinn. Ich könnte mir auch schon besondere Vornamen vorstellen, die im 20. Jahrhundert für Angst und Entsetzen gesorgt haben. Aber solch ein Name könnte einem ja bereits dann einfallen, wenn man selbst einmal intensiv nachdenkt und seine Geschichtskenntnisse bemüht. Denn billig ist die Dienstleistung von „Erfolgswelle“ nicht. Solch ein individueller Name ist gegenwärtig ab EUR 28.000,- zu haben. Die könnte man natürlich auch in die Ausbildung des Kindes stecken, wenn sie Eltern einen bereits vorhandenen Vornamen auswählen.

Kennen Sie den Näkubi?

Viele Dinge des täglichen Lebens haben keinen Namen wie etwa das Gerät, mit dem man Verstopfungen des Abwassersystems bekämpfen kann. Im Norden nennt man das „Pömpel“, im Süden eher „Saugglocke“.

Wenn wir satt sind, sind wir satt. Aber wie fühlen wir uns, wenn wir nicht mehr durstig sind? Undurstig? Dazu gab es vor Jahren einen Wettbewerb und der Gewinner war die Bezeichnung „sitt“ für den Zustand der Flüssigkeitssättigung. Aber benutzt den jemand heute?

Und, – haben wir nach all der Zeit einen allgemein gültigen Begriff gefunden für die zehn Jahre, die inzwischen hinter uns liegen, aber in jedem Rückblick als solche bezeichnet werden sollten?

Wenn wir das alles wissen, was könnte dann der „Näkubi“ sein? Das ist, – ich verrate es gerne, – ein mir bis heute unbekannter Begriff für die Warentrennung zwischen zwei Käufern am Warenlaufband in Supermärkten. Er steht für: „Nächster Kunde Bitte“. Warentrenner oder Warensperre fände ich gelungener. Aber vielleicht hat sich bei Ihnen schon etwas eingebürgert. Verraten Sie es mir im Kommentar, – ich freue mich drauf.

Namen sind weder Schall noch Rauch

Über die Bedeutung von Namen habe ich schon häufiger geschrieben, auch speziell was Firmennamen betrifft. Jetzt fühle ich mich unterstützt von einer aktuellen Studie des Reiseportals HolidayCheck.de, die untersucht haben, ob es Hotelnamen gibt, die beliebter sind als andere.

Das Ergebnis sprach für traditionelle Hotelnamen, angeführt vom „Hotel zur Post“ oder andere Kombinationen mit der Post wie etwa „Gasthof Post“. Danach folgt die „Krone“ in allen Verbindungen vor der „Linde“, also auch „Alte Linde“ oder „Zur Linde“.

Markennamen von Hotelketten wie Accor, Ibis, Dorint oder Mercure schneiden dagegen schlechter ab. Phantasienamen sind demnach weniger gefragt als traditionelle Bezeichnungen.

Ich überlege gerade ernsthaft, ob ich mein Unternehmen umfirmieren soll zur „Text-Post“ oder „Schriften-Krone“. Sollten Sie zu dieser Meldung eine Frage haben, poste ich Ihnen gerne etwas Text in gefälligen Schriften hinüber.