Damen und Herren (Nachtrag)

Vor einem Monat erwähnte ich, dass in unserem örtlichen Mitteilungsblatt gerne von den Damen und Herren Gemeinderäten gesprochen wird oder die Damen und Herren Grundstücksbesitzer ermuntert werden, an Sitzungen teilzunehmen.

Ich amüsierte mich angesichts des gesteltzten Stils, dem unsere Frau Bürgermeisterin noch eins aufgesetzt hat: Aktuell sprach sie die Damen und Herren Eltern und Kinder an. Diese Kombination ist ziemlich absurd, weil Eltern immer beides sind, falls keine eingetragene Lebensgemeinschaft vorliegt. „Liebe Eltern“ genügt als Anrede. Darüber hinaus verdienen „Kinder“ noch keine Anrede als Damen oder Herren.

Bei einer Bürgermeisterin oder Ministerin würde auch eine von beiden Anreden völlig genügen: Frau Bürgermeister XY oder Bürgermeisterin XY (ohne „Frau“). Gleiches gilt für Frau Minister MN oder Ministerin MN oder Frau Bundeskanzler Merkel oder Bundeskanzlerin Merkel. Letzteres wird übrigens häufiger benutzt.

Vorlesen unterstützt spätere Lesekompetenz

Kinder, denen in frühen Jahren aus Büchern vorgelesen wird, entwickeln eine positive Beziehung zu Geschichten und damit zu texten. Daraus entsteht meist ein frühes Interesse am Lesenlernen und dann auch das Selberlesen oder allgemein: die Lesekompetenz.

Mit dem Vorlesen vor eigenen Kleinkindern und Kindergruppen erleichtern Eltern, Großeltern und ehrenamtliche Lesepaten den Zugang zu Texten. Ehrenamtliche Vorlesegruppen findet man für Stuttgart etwa im Internet unter www.leseohren-aufgeklappt.de. Von hier aus gibt es zahlreiche weitere Links, u.a. zur Stiftung Lesen www.stiftunglesen.de.

Noch andere positive Auswirkungen hat das Vorlesen: Stärkere Synapsenbildung im Gehirn, was zur Entwicklung der Intelligenz führt; die Fähigkeit zur Phantasie; Zuhören und logisches Mitdenken. Ein CD-Spieler mit zahlreichen Hörspielscheiben kann kein Ersatz sein für einen vorlesenden Menschen. Nebenbei bemerkt: Auch der Vorleser profitiert von seinem Amt, denn er selbst übt auch die eigene Artikulation und den Lesefluss.